GigE Vision 3.0
Höhere Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz dank Remote Direct Memory Access (RDMA)
GigE Vision 3.0, die neueste Version des GigE Vision Standards, nutzt die Fortschritte moderner Ethernet-Hardware und das RoCEv2-Protokoll, um Geschwindigkeit und Latenz in der Bildverarbeitung und industriellen Automatisierung deutlich zu verbessern. Bei der Entwicklung des neuen Standards spielt Basler Experte Michael Schmidt eine maßgebliche Rolle: Als Mitglied des A3 GigE Vision Technical Committee treibt er die technischen Neuerungen entscheidend voran.

Das Wichtigste zu GigE Vision 3.0
Reduzierung der CPU-Auslastung: Systemressourcen werden frei für andere Aufgaben und die Gesamtperformance steigt
Multi-Kamera-Systeme werden leistungsstärker und zuverlässiger
RDMA sorgt für eine konsistentere und zuverlässigere Datenübertragung, was u. a. Unterbrechungen in kritischen Anwendungen minimiert
RoCEv2-Verbindungen ermöglichen höhere Datenübertragungsraten. Dadurch sind darauf basierende Bildgebungssysteme anpassungsfähiger und bieten eine hohe Skalierbarkeit für latenzkritische Anwendungen.
Die niedrige Latenz verbessert die Reaktionsfähigkeit des Systems und ist daher ideal für Robotik und Automatisierung
Kompatibilität und Interoperabilität: Das bisherige GigE Vision Steuerungsprotokoll wird beibehalten, was einen nahtlosen Übergang gewährleistet. Bestehende Software muss nur minimal angepasst werden.
GigE Vision 3.0: Direkter Datenweg für mehr Effizienz
GigE Vision 3.0 verbindet leistungsfähige Kameras und moderne Ethernet-Infrastruktur zu einem effizienteren Datenpfad: Die Kamera überträgt die Bilddaten über eine RoCEv2-fähige Netzwerkkarte per RDMA direkt in den Arbeitsspeicher. Die CPU muss die Daten dabei weder zwischenspeichern noch kopieren. Das reduziert den Verarbeitungsaufwand und schafft mehr Spielraum für hohe Datenraten, niedrige Latenzen und skalierbare Vision Systeme.

Unsere Produkte mit GigE Vision 3.0
Aufeinander abgestimmt für den direkten Datenfluss: ace 2 Kameras mit 10GigE-Leistung, passende RDMA-fähige Netzwerkkarten (RNICs), Objektive und leistungsstarke Cat6a-Kabel bilden die Komponenten für ein leistungsfähiges GigE Vision 3.0-System.
Zu den Produkten mit GigE Vision 3.0So ermöglicht RoCEv2 die schlanke Übertragung von Bilddaten
Bei der Übertragung mit RoCEv2 werden Bilddatenpakete direkt von der NIC empfangen und im Arbeitsspeicher des Zielsystems abgelegt – ohne Zwischenpufferung und ohne zusätzliches Kopieren durch die CPU. Die NIC übernimmt damit einen wesentlichen Teil der Datenübertragung, während die CPU für andere Aufgaben verfügbar bleibt.
Der direkte Speicherzugriff reduziert den Verarbeitungsaufwand und die Latenz und ermöglicht eine zuverlässige Übertragung sehr hoher Datenmengen. Der Verlust von Bilddatenpaketen wird ausgeschlossen.
Auch auf Kameraseite sinkt der benötigte Pufferspeicher, da die Bilddaten ohne zusätzliche Zwischenspeicherung übertragen werden.
GigE Vision 3.0 schafft damit einen direkten Datenpfad von der Kamera über die RDMA-fähige NIC in den RAM – und umgeht die CPU als Verarbeitungseinheit für die Bilddatenpakete.
Minimale Latenz durch neues Streaming-Protokoll RoCEv2
Die wichtigste Neuerung von GigE Vision 3.0 ist die Integration von RoCEv2 (RDMA over Converged Ethernet Version 2) für das Daten-Streaming. Als alternatives Streaming-Protokoll ergänzt RoCEv2 das bisherige GVSP und ermöglicht eine RDMA-basierte Übertragung der Bilddaten. GigE Vision 3.0 ist damit als Erweiterung der bestehenden Version 2.2 konzipiert und nicht als deren Ersatz. Das in der bisherigen Version 2.2 enthaltene Steuerungsprotokoll bleibt erhalten, sodass bestehende Systeme und Software mit minimalen Anpassungen weiter genutzt werden können.
Das Umgehen der CPU hat einen doppelten Effekt: Erstens wird eine Fehlerquelle ausgeschaltet und zweitens werden Systemressourcen für andere Aufgaben verfügbar. Insgesamt hat GigE Vision 3.0 das Potenzial, die Gesamt-Systemkosten zu senken.

Das RoCEv2-Protokoll, ursprünglich für extrem anspruchsvolle Rechenumgebungen entwickelt, ist ein Multiplikator, der alle Vorteile von GigE Vision gleichzeitig verstärkt: Damit wird die GigE 3.0 Version langfristig eine hohe Bedeutung für den Machine Vision Markt erlangen.

Basler treibt GigE Vision 3.0 voran

Mit GigE Vision 3.0 ist im Mai 2026 eine wichtige Weiterentwicklung des etablierten Standards veröffentlicht worden. A3, die US-amerikanische Association for Advancing Automation, zeichnet dafür verantwortlich.
An der Entwicklung dieser technischen Neuerungen war Michael Schmidt, Senior Product Architect bei Basler, maßgeblich beteiligt. Als Vertreter von Basler im A3 GigE Vision Technical Committee brachte er seine Expertise in die Entwicklung und Standardisierung der neuen Schnittstelle ein und trieb insbesondere die Integration von RoCEv2 in GigE Vision voran.