Use Case

Mittelpunktbestimmung für hochpräzise Bohrungen

Präzision und Robustheit senken Ausschuss

Für die präzise Positionierung von Durchkontaktierungen (engl. Vias) setzen Hersteller von Leiterplatten auf Bildgebung und leistungsfähige Algorithmen. Die Sollpositionen werden dabei mit digitalen Schablonen abgeglichen. Reflexionen und variierendes Plattenmaterial erschweren die robuste Kantenfindung. Wir zeigen, wie sich mit unserem speziell entwickelten Bildanalyse-Algorithmus eine besonders zuverlässige Mittelpunktbestimmung erreichen lässt.

Der Basler Algorithmus weist zuverlässig die Abweichung des Ist-Wertes der Vorbohrung zur Soll-Position aus.

Maschinen für die Leiterplattenfertigung

Historisch gewachsene, komplexe Systemlandschaften

Die Leiterplattenfertigung ist durch hohe Anforderungen an Prozessstabilität, Nachverfolgbarkeit und reproduzierbare Qualitätsmerkmale geprägt. Gleichzeitig dominieren in der Praxis langlebige Bestandsanlagen mit gewachsenen Maschinen-, Steuerungs- und Vision-Stacks. Neue Bildverarbeitungslösungen müssen daher nicht nur funktional besser sein, sondern sich mit kalkulierbarem Aufwand in bestehende industrielle Software- und Steuerungsumgebungen integrieren lassen.

Hochleistungschips erfordern höchste Güteklasse

Klasse 3 des IPC-A-600G-Standards definiert höchste Anforderungen an die Zuverlässigkeit von Leiterplatten, insbesondere an die optische Fehlerbewertung von z.B. Bohrlöchern. Sie gilt insbesondere für Geräte, bei denen Ausfälle lebenswichtig oder extrem kostspielig sind.

Präzise Durchkontaktierungen durch Vorbohren

Vorbohrungen definieren die Positionen der Durchkontaktierungen. Das Vision System muss sie mit maximaler Präzision und Verlässlichkeit vermessen. So kann die anschließende Bohrung exakt und zuverlässig ausgeführt werden.

Vision unter anspruchsvollen Bedingungen

  • Die bei der Vorbohrung entstehenden Späne erschweren die Erkennung der Messmerkmale.

  • Reflexionen, variable Kontraste sowie thermisch oder mechanisch bedingte Formänderungen der Leiterplatte beeinflussen die Bildqualität und Messgenauigkeit.

Hybride KI: KI-basierte Vorselektion trifft präzisen Regelalgorithmus

Die Lösung verbindet semantische, KI-basierte Vorselektion mit präziser geometrischer Auswertung. Dadurch lassen sich Vorbohrungen und Referenzmerkmale zuverlässig erkennen und hochgenau vermessen.

Links: Alle vom Algorithmus gefundenen Kreiskandidaten. Rechts: Der für die Mittelpunktbestimmung des Bohrprozesses relevante Kreis

KI-gestützte Detektion von Vorbohrungen und Referenzmerkmalen

Die Bildauswertung kombiniert Layoutinformationen der PCBs mit KI-basierter Objektlokalisierung: Ein Transformer-Modell identifiziert Vorbohrungen und Referenzkreise anhand ihres semantischen Bildkontexts innerhalb der vorgegebenen Suchbereiche und selektiert zuverlässig bis zu 128 Vorbohrungen.

Der Basler Algorithmus weist zuverlässig die Abweichung des Ist-Wertes der Vorbohrung zur Soll-Position aus.
Der Basler Algorithmus weist zuverlässig die Abweichung des Ist-Wertes der Vorbohrung zur Soll-Position aus.
Basler Lösung

Mehr Präzision durch die Kombination von KI und regelbasiertem Algorithmus

Die lokalisierten Kreismerkmale werden durch regelbasierte, geometrische Bildverarbeitung hochpräzise vermessen: Mittelpunkt und Durchmesser der Vorbohrungen werden deterministisch und reproduzierbar aus dem realen Bildinhalt bestimmt und stehen für die weitere Prozessauswertung – etwa Soll-Ist-Abgleich oder Bohrkorrektur – bereit.

Hybride KI: Das sagen unsere Ingenieur:innen

Unsere semantische Vorgehensweise macht die Kreiserkennung robust, wo klassische Verfahren an Reflexen, Kratzern und unterbrochenen Kanten scheitern – anpassbar an die Anwendung, aber ohne kundenspezifisches Nachtrainieren.

Erik Meusel

Erik Meusel
Vision System Consultant
Der hybride Algorithmus verbindet die Generalisierungsfähigkeit moderner Vision Language-Modelle mit der Effizienz einer industriellen Bildverarbeitungspipeline. So entstehen robuste Erkennungsergebnisse mit geringem Nachtrainingsaufwand und zugleich die Präzision, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit, die produktive Anwendungen erfordern.
Annika Baumann
Annika Baumann
Software Research Engineer

Integrationsschnittstelle

Was tun, wenn die gewachsenen Software-Architekturen den Wechsel auf den performanten Basler Algorithmus und die pylon Softwareumgebung nicht zulassen? Die Lösung umfasst eine Integrationsschnittstelle zu Libraries von Drittanbietern wie Aurora Imaging Library oder MVTec Halcon.

Code der projektspezifischen Integrationsschnittstelle zur Einbindung des Basler Algorithmus in eine Drittanbieter-Library
Code der projektspezifischen Integrationsschnittstelle zur Einbindung des Basler Algorithmus in eine Drittanbieter-Library.
Basler Lösung

Nahtlose Integration des Basler Algorithmus in eine Drittanbieter-Library

Wenn die gegebene Software-Architektur eine Imaging Library eines Drittanbieters umfasst, entwickelt das Basler R&D-Team Software eine Integrationsschnittstelle: Sie bindet den performanten Basler Algorithmus in die Drittanbieter-Library ein. Der zusätzliche Auswertepfad für die Mittelpunkt- und Durchmesserbestimmung der Vorbohrungen kann somit neutral angebunden werden.

Mehr über Basler Entwicklungsleistungen erfahren

Vision Produkte für eine robuste, reproduzierbare Inspektion

Aufgrund der schwierigen Herstellungsbedingungen bedarf es einer besonders hohen Auflösung, einer geometrisch günstige Optik und homogener, kontrasterhöhender Ausleuchtung.

Für die zuverlässige Prüfung von Durchkontaktierungen auf grünlichen Leiterplatten wurden die Machine Vision Produkte gezielt auf maximale Kontrast- und Messgenauigkeit ausgelegt.

Hochauflösende GigE-Kamera mit telezentrischem Objektiv und rotem Ringlicht inspiziert PCB
Hochauflösende GigE-Kamera mit telezentrischem Objektiv und rotem Ringlicht sorgen für maximale Kontrast- und Messgenauigkeit bei der PCB-Inspektion.

Monochrome, hochauflösende ace 2 Kamera

Eine monochrome ace 2 Kamera mit 20,2 MP und GigE-Schnittstelle erfasst selbst kleinste Bohrungen mit hoher Detailtreue. Die hohe Auflösung liefert die Grundlage für eine präzise Kantendetektion, während die GigE-Schnittstelle eine zuverlässige und effiziente Bildübertragung an den Auswerterechner sicherstellt.

Objektiv

Das telezentrische Objektiv ist auf einen Arbeitsabstand von ca. 110 mm ausgelegt und bildet die Leiterplatte maßstabsgetreu ab. Dadurch werden perspektivische Verzerrungen minimiert und eine präzise Kantendetektion über das gesamte Sichtfeld ermöglicht.

Rote Beleuchtung

Ein rotes Ringlicht sorgt für einen hohen Kontrast zwischen den Bohrungen und dem grünen Plattenmaterial. Dadurch lassen sich Bohrungskanten zuverlässig erkennen und reproduzierbare Inspektionsergebnisse erzielen – trotz Spänen, Reflexionen oder thermisch oder mechanisch bedingte Formänderungen der Leiterplatte.

Lösung zur Mittelpunktbestimmung für hochpräzise Bohrungen

Mit unserer Lösung erhalten Sie alles, was Sie für Präzisionsbohrungen in der Leiterplattenfertigung und anderen Branchen benötigen: eine hochauflösende Kamera, das passende Objektiv, eine leistungsstarke Software-Entwicklung, die einen robusten Algorithmus und Schnittstellenintegration umfasst.

Bereit, gemeinsam loszulegen?

Erfahren Sie mehr über unsere Produkte und Dienstleistungen und wie wir Sie bei Ihrem nächsten Projekt unterstützen können.