11. Juli 2016

              Interview: Wechsel von CCD zu CMOS und die Vorteile von Basler CMOS-Kameras

              Interview: Wechsel von CCD zu CMOS und die Vorteile von Basler CMOS-Kameras
              René von Fintel, Head of Product Market Management bei Basler, erzählt wie sich der Wechsel von CCD- auf CMOS-Kameras entwickelt, nachdem Sony letztes Jahr den Produktionsstopp von CCD-Sensoren bekannt gegeben hat.

              Wie geht der Wechsel von CCD zu CMOS im Markt voran?
              Der Wechsel entwickelt sich überraschend schnell, was die Ausrichtung auf CMOS-Sensoren für neue Design-ins von Anlagen und Systemen betrifft. Die meisten Kunden haben die anstehende Abkündigung der Sony CCD-Sensoren als Anlass genommen über ihre derzeitig eingesetzten CCD-Kameras nachzudenken und diese im nächsten Durchlauf durch CMOS-basierte Kameras zu ersetzen. Dies ist auch doppelt sinnvoll: Neue CMOS-Kameras bieten zum einen höhere Geschwindigkeit und bessere Bildqualität, zum anderen ermöglichen sie  Kosteneinsparungen durch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
              Für welche Anwendungsbereiche eignen sich CMOS-Sensoren als CCD-Ersatz?
              Ganz allgemein können wir sagen: Wo vorher CCD-Sensoren im Einsatz waren, können heutzutage CMOS-Sensoren eingesetzt werden. Früher waren die Empfindlichkeit und das Global Shutter-Verhalten von CCD-Sensoren einzigartig. Dafür gibt es mittlerweile aber auch passende CMOS-Sensoren, die sogar über höhere Bildraten verfügen. Es gibt daher keine Einschränkung bei den Applikationen, auch wenn wir sehen, dass die Anwendungen, bei denen Kunden schneller umsteigen, vorrangig aus den Bereichen  Fabrikautomation, Laborautomation, Mikroskopie und Verkehrsüberwachung kommen.

              CMOS-Kamera ist nicht gleich CMOS-Kamera – welche Vorteile bieten die CMOS-Kameras von Basler?
              Richtig – CMOS-Kamera ist nicht gleich CMOS-Kamera. Wir sehen derzeit, dass sehr viele Hersteller die gleichen CMOS-Sensoren in ihre Kameras integrieren und damit an die Kunden herantreten. Trotz allem ist der gleiche Sensor in zwei verschiedenen Kameramodellen kein Garant dafür, dass auch die gleiche Bildqualität erreicht wird. Insbesondere bei der Integration von CMOS-Sensoren sind viele Dinge zu beachten und zu optimieren. So gibt es oftmals hunderte von verschiedenen Register Settings, die fein optimiert werden müssen. Auch die komplette Integration der standardisierten Softwareschnittstelle birgt viele Herausforderungen. Zudem haben viele Hersteller verschiedene Funktionen in der Firmware, die zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Und bei der Qualität, wie zum Beispiel Schmutz auf dem Sensor oder Verkippung im Kamera- bzw. Sensorgehäuse, gibt es auch massive Unterschiede. Wir bei Basler gehen da zum Teil über das hinaus, was uns die Sensorhersteller an Qualität liefern, um unseren Kunden ein stabiles Niveau zu bieten. Alles in allem empfehlen wir den  Kunden, die Kameras tatsächlich in ihrem System zu testen und sich selbst zu überzeugen. Wir haben beispielsweise schon Kameras von Mitbewerbern gesehen, deren Bilder störende Streifen aufweisen oder bei denen die eingestellte minimale Belichtungszeit der Kamera nicht mit der im Sensor übereingestimmt hat. Zum Teil entstehen diese Fehlintegrationen dadurch, dass Hersteller möglichst schnell am Markt sein wollen. Das möchten  wir zwar auch, allerdings nicht auf Kosten der Qualität und der Leistung.

              Was sollten Kunden beim Wechsel beachten, um die richtige Kamera bzw. den richtigen Hersteller zu finden?
              Ich sehe da drei wesentliche Punkte: die Hardware der Kamera, die Firmware bzw. Software in der Kamera und die Auswahl des richtigen Partners als Hersteller. Bei der Hardware geht es um die Entscheidung für ein Kamera-Interface, die Größe der Kamera oder die EMVA-Daten,  da diese die Eigenschaften von CMOS-Sensoren physikalisch am besten charakterisieren. Bei der Firmware bzw. Software trennt sich sehr oft die Spreu vom Weizen: Heutzutage gibt es umfangreiche Firmware-Features die sehr unterschiedlich zwischen Kameras ausfallen. Unser Basler PGI-Feature-Set spart zum Beispiel viel Rechenlast auf PC-Seite und ermöglicht eine tolle Bildoptimierung auch bei günstigeren CMOS-Sensoren. Neben diesen harten Fakten spielt aber auch eine Rolle, für welchen Kamerahersteller sich der Kunde entscheidet. Die Kameras sind nicht selten die ausschlaggebende Komponente im System. Unsere Kunden schätzen zum Beispiel an Basler, dass wir eine sehr stabile Lieferkette und kurze Lieferzeiten haben. Auch die Unterstützung durch unser Support Team oder unser Distributoren-Netzwerk wird immer wieder als herausragend angesehen. Darüber hinaus sind den meisten Industrie- oder auch Medizintechnik-Kunden sicherlich das Qualitätsmanagement-System und die Langzeitverfügbarkeit von Komponenten sehr wichtig.

              Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie nachstehend:

              René von Fintel, Head of Product Market Management

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