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Risikomanagement

Die Basler AG ist als Technologieunternehmen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Für mittelständische Unternehmen wie Basler ist es nicht möglich, übergreifende Fundamentalrisiken zu beeinflussen oder zu beherrschen. Wir sehen Risikomanagement daher primär als die unternehmerische Aufgabe, einerseits Risiken zu kontrollieren und andererseits Chancen zu nutzen. Aufgabe des Managements und aller MitarbeiterInnen ist es, die Eintrittswahrscheinlichkeiten beider Faktoren im Sinne des Unternehmens zu optimieren.

Integriertes Risikomanagementsystem

Internes Überwachungssystem

Kernpunkt unserer internen Überwachung ist eine sinnvolle, undurchlässige Funktionentrennung. Diese wird durch die Organisationsstruktur, Stellen¬beschreibungen und Prozesse sichergestellt. Sie sind im zertifizierten Qualitätsmanagement-Handbuch definiert und werden regelmäßig auf Einhaltung überprüft. Eine interne Revisionsabteilung ist angesichts der Unternehmensgröße und der zertifizierten Kontrollmechanismen entbehrlich.
Das Sicherheitskonzept der IT-Infrastruktur wird ständig verfeinert und regelmäßig von einem externen Beauftragten überprüft. Dies gilt gleichermaßen für die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen.

Controlling
Strategisches, operatives und funktionales Controlling wird in allen Unternehmensbereichen betrieben. Die Grundlage bilden regelmäßige Strategie¬überprüfungen sowie die Erstellung von Balanced Scorecards und Produkt-Roadmaps. Daraus resultiert eine systematische Formulierung lang- und kurzfristiger Geschäftsziele bis auf Bereichsebene bzw. auf Kostenstellenebene.

Die Zielerreichung (Soll-/Istvergleich) wird auf allen Führungsebenen im Rahmen regelmäßiger Besprechungen überprüft, Steuerungsmaßnahmen werden dort vereinbart und deren Wirksamkeit wiederum überprüft.

Frühwarnsysteme
Informationen über zukünftige Entwicklungen werden über regelmäßige Besprechungen, Berichte und Protokolle im Unternehmen über alle Ebenen dokumentiert, ausgetauscht und an geeigneter Stelle beurteilt. So wird sichergestellt, dass interne und externe Information zeitnah auf Risikorelevanz untersucht werden kann und die Ergebnisse in unternehmensübergreifendes Handeln umgesetzt werden.

Umfeldrisiken


Umfeldrisiken bestehen für Basler in der Entwicklung der Zielmärkte, des Wett¬bewerbs sowie des Kapitalmarkts.

Die Wettbewerbsintensität auf dem Vision Technology Markt war im abgelaufenen Jahr unverändert hoch. Die bei Basler in 2006 getätigten und für 2007 geplanten Aufwendungen in Innovation, Vertrieb, Kostenreduzierung und Qualitäts¬steigerungen tragen dieser Tatsache Rechnung. Die Wettbewerbsposition von Basler hat sich aufgrund dieser Maßnahmen bereits in 2006 verbessert.

Eine grundsätzliche Abschwächung der Wachstumstrends im Vision Technology Marktes ist für die Zukunft nicht absehbar. Die mitunter starken Nachfrage-schwankungen in einzelnen Abnehmerindustrien überlagern allerdings diesen generellen Trend. Der in den letzten Jahren mit dem Multibranchenansatz von Basler realisierte Branchenmix hat inzwischen die Abhängigkeit von einzelnen Märkten (insbesondere vom Optical Disk Markt) reduziert. Weiterhin trägt das Wachstum des Komponentengeschäfts, das mit standardisierten Produkten etliche Märkte parallel adressiert, grundsätzlich zu einer besseren Risikostreuung bei. Im Falle des Umsatzrückgangs bei einer unserer Geschäftsaktivitäten sind daher keine die Existenz des Gesamtunternehmens gefährdenden Risiken zu erwarten. Gleichwohl können Umsatz- und Ertragsrückgänge entstehen, wenn wichtige Zielmärkte wie Halbleiter- und Elektronikindustrie langsamer wachsen oder gar schrumpfen. Die hohe Rohertragsmarge, welche bei steigenden Umsätzen zu Ertragssprüngen führt, bedeutet dann entsprechende Ertragseinbußen. Das Unternehmen begegnet diesen nicht beeinflussbaren Einzelrisiken mit Vorausschau-Instrumenten und flexiblen Kostenstrukturen. Das Management und die Vertriebe nutzen bei der Einschätzung der Zielmärkte permanent die jeweils verfügbaren internen und externen Informationsquellen, um bevorstehende Veränderungen auf den Märkten möglichst frühzeitig zu identifizieren und darauf reagieren zu können.
In der durch Klein- und Mittelbetriebe geprägten Vision Technology-Branche ist ein Konzentrationsprozess zu beobachten. Kleinere Unternehmen werden akquiriert bzw. Firmen schließen sich zusammen, um sich größere Marktchancen und Wachstumspotenziale zu verschaffen. Basler beobachtet als eines der größten Vision Technology-Unternehmen in Europa diesen Prozess aufmerksam und wird ggf. als Akteur und weniger als Zielobjekt auftreten. Eine feindliche Übernahme kann bei der heutigen Aktionärsstruktur nahezu ausgeschlossen werden. Gleichwohl wird die Aktionärstruktur zeitnah und aufmerksam auf eventuelle Verschiebungen überprüft.

Operative Risiken

Risiken abnehmender Umsätze und Erträge sind häufig frühzeitig anhand der Kundenzufriedenheit erkennbar. Die Ermittlung des Customer Value steht daher im Zentrum der Evaluation der Marketing – und Entwicklungsaktivitäten. Basler hat auch in 2006 in beiden Unternehmensbereichen Kundenzufriedenheitsmessungen durchgeführt und optimiert seinen Marketing-Mix unter anderem auf Basis dieser durchweg guten Ergebnisse.
In einem Wachstumsunternehmen spielt die Verfügbarkeit von bestehendem oder neuem Wissen eine besondere Rolle. Basler führt regelmäßig eine Personal¬planung durch, um die benötigten Ressourcen entweder intern oder über externe Partner abzudecken. Zudem werden regelmäßige Entwicklungs- und Leistungs¬beurteilungsgespräche zur Mitarbeiterbindung auf allen Ebenen geführt.

Eine zeitgerechte und qualitativ hochwertige Produktentwicklung ist das Rückgrat eines erfolgreichen Technologieunternehmens. Wir haben im Bereich der Entwicklung Prozesse und Zuständigkeiten eindeutig definiert sowie Planungstools eingeführt, die dazu beitragen, dass Entwicklungsprojekte in der überwiegenden Mehrzahl innerhalb des geplanten Zeit- und Kosten¬rahmens abgeschlossen werden können.
Sich schnell verändernde Technologiemärkte stellen hohe Anforderungen an die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Kapazität schnell und effizient auf schwankende Bedürfnisse anzupassen. Mit Hilfe eines flexiblen Arbeitszeitmodells sind wir in der Lage, Schwankungen in der Auftragslage auszugleichen. Damit können wir – innerhalb gewisser Grenzen - mit dem Markt „atmen“.

Die Verfügbarkeit von technologisch hochwertigen Zukaufkomponenten spielt vereinzelt eine entscheidende Rolle für die Lieferzeit unserer Produkte. Die laufende Beobachtung und Analyse der Beschaffungsmärkte sind insofern kritische Kompetenzen für Technologieunternehmen. Weiterhin ist es notwendig, zu wissen, welche Zulieferteile zu welchem Zeitpunkt in welcher Menge zur Verfügung stehen müssen. Für beide Aufgaben haben wir in den letzten Jahren Prozesse entwickelt und damit unsere Lieferzeiten verkürzt und unsere Liefertermintreue erhöht. Gleichwohl erfordern die ständig zunehmenden Erwartungen unserer Kunden in diesen Bereichen eine kontinuierliche weitere Verbesserung dieser Kennzahlen.

Es gehört mittlerweile zur Standardanforderung unserer Kunden, dass die Qualität unserer Produkte und Prozesse im Rahmen eines integrierten Qualitäts¬management-Systems überprüft und gewährleistet wird. Wir sind seit 2001 nach DIN ISO 9000/2000 zertifiziert und werden einmal jährlich durch externe Auditoren geprüft. Zusätzlich führen wir unterjährig interne Audits zur Überprüfung und Verbesserung unserer Prozesse durch.

Der Aufbau und das Pflegen eines Markenimages ist ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Produktpolitik. Name und Logo von Basler Vision Technologies sind eingetragene und geschützte Marken und damit vor unrechtmäßigem Gebrauch geschützt.

Finanzrisiken

Schwankende Währungskorrelationen haben Einfluss auf Markterfolge und Bruttoerträge exportorientierter Unternehmen. 73% unseres Umsatzes werden außerhalb der Euro-Zone erzielt, wodurch Wechselkursrelationen Einfluss auf das Unternehmensergebnis haben. Um diesbezügliche Risiken zu begrenzen, werden für das in Fremdwährung abgewickelte Geschäftsvolumen, geeignete Absicherungen der Wechselkursrisiken vorgenommen.

Liquiditätswirksame Steuerrisiken sind nicht erkennbar. Sollte eine Unternehmenssteuerreform zu einer erheblichen Steuersenkung führen, bedingt dies ein einmaliges, nicht liquiditätswirksames, negatives Steuerergebnis aufgrund der Anpassung der aktiven latenten Steuern.

Die Liquidität wird durch ein striktes Forderungsmanagement gewährleistet. Ein klar formuliertes und streng durchgeführtes System des Forderungsmanagements sichert Basler die Verfügbarkeit notwendiger Liquidität sowie die Planbarkeit anstehender Investitionen.

Ein transparentes monatliches Reporting und eine stabile Bilanzstruktur tragen zusätzlich dazu bei, Finanzierungsrisiken zu begrenzen. Dies wird unterstützt durch ein Früherkennungssystem in Form einer 15 Monate rollierenden Umsatz- und Finanzplanung über alle Geschäftsbereiche sowie ein umfassendes Kennzahlensystem. Damit werden Finanzbedarfe rechtzeitig und Erfolg versprechend mit den kreditgebenden Parteien abgestimmt und erfahrungsgemäß auch durch sie bereitgestellt werden. Unsere Bankpartner sind in unser Partner¬konzept für Lieferanten und Dienstleister eingebunden. Sie unterliegen entsprechenden Auswahlkriterien, Beurteilungen und permanenten Überprüfungen auf Partner- und Leistungsfähigkeit. Dadurch vermindern wir das Risiko von kurzfristigen Fälligstellungen durch solche Kreditinstitute, die häufigen strategischen Änderungen unterworfen werden.

Strategische Risiken und Chancen

Die Unternehmensstrategie von Basler konzentriert sich auf die weitere Erschließung des Wachstumsmarktes Vision Technology, der unverändert weiter expandiert. Da Ersatztechnologien derzeit nicht in Sicht sind, ist das unternehmensstrategische Risiko als gering einzuschätzen.

Im Zuge eines konzernweiten Überprüfungs- und Planungs¬prozesses werden die Geschäftsmodelle der Unternehmensbereiche regelmäßig überprüft. Die Ergebnisse dieser Reviews bilden die Basis für ein Balanced-Scorecard-System (BSC), welches für die jeweiligen Einheiten messbare strategische Ziele und Maßnahmen zu deren Erreichung definiert.

Unternehmens- und Bereichsstrategien sowie das BSC-System bilden den Ausgangspunkt für die Weiter¬entwicklung des Vierjahresplans sowie des Budgets für das kommende Geschäftsjahr. Das Budget wird vierteljährlich für die kommenden 15 Monate erstellt. Mit diesem Verfahren wird sichergestellt, dass strategische Risiken rechtzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen hinreichend früh ergriffen werden können.

Ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements besteht darin, sich im Bereich Vision Technologie bietende Chancen rechtzeitig zu erkennen, auf ihre Machbarkeit zu überprüfen und mittels Finanzkennzahlen einer zeitnahen Maßnahmenentscheidung zuzuführen. Dies geschieht zusätzlich in den jeweils in den Unternehmensbereichen angesiedelten Einheiten für „New Business Development“. Dort werden potentielle zukünftige Aktivitäten identifiziert untersucht, ausgewählt und entwickelt. Dies umfasst sowohl den organischen Aufbau neuer Aktivitäten als auch eventuelle Akquisitionsmöglichkeiten.

Gesamtrisiko

Alle heute erkannten Risiken, gewichtet mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, sind mit kompensierenden Maßnahmen unterlegt und führen zu keiner erkennbaren Existenzgefährdung des Unternehmens. Zusätzliche Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nicht dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen sind und nicht im Lagebericht beschrieben sind, waren nicht zu verzeichnen.

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